Die lwiwer Romeo und Julia

Der junge Italiener Michelini von der Insel Kreta hatte eine große Weinpartie nach Lwiw geliefert, von der einen Teil ein ukrainischer Kaufmann kaufte.  Im Haus des Kaufmannes hat Michelini seine Tochter Pelagia gesehen und er war sofort von ihr angetan. Seine Liebe wurde erwidert. Dieses Gefühl war so stark, dass Michelini beschloß in Lwiw zu bleiben. 

Aber gerade in diesem Jahr – 1594 – breitete sich ein großes Unglück über die Stadt aus: die Pest, unter der damals schon halb Europa gelitten hat. Pelagia wurde krank,  es gab keine Hoffnung auf Besserung und laut der Anordnung, wurden die noch lebenden Pestkranken in der Kirche ausgesegnet und außerhalb der Stadt gebracht. Es war sehr gefährlich sich den Kranken zu nähern, sogar die Notare haben die Testamente unter den Fenstern laut dem letzten Willen des Kranken gemacht. Trotz der Krankheit, hat Michelini seine Geliebte nicht verlassen, sondern gepflegt und getröstet. Pelagia ist bald darauf gestorben und wurde als Orthodoxe am Friedhof bei der Verkündigungskirche begraben, die sich jetzt in der Horodotska Straße, 30,  befindet. Einige Tage später ist auch Michelini gestorben.

Da er katholisch war, bat er ihn im Hl. Stanislaw Kloster zu begraben (früher befand sich das Kloster zwischen den heutigen Tyktora und Furmanska Straßen). Er bestellte gleiche Grabsteine mit zwei Herzen, die mit einem Lorbeerzweig verbunden waren. Später hat man die Wörter des lwiwer Dichters Schymonowytsch eingraviert: „was die Liebe verbindet, kann der Tod nicht trennen“.

Leider existieren jetzt weder die Verkündigungskirche, noch das Hl. Stanisaw Kloster, denn laut dem Befehl der k.u.k. Regierung wurden sie mehr als vor zwei Jahrhunderte abgetragen. Aber wahrscheinlich schweben zwei verliebte Seelen bisher an diesem Platz und mahnen uns daran, dass der Tod nie brechen kann, was die Liebe verbunden hat.