Gotteslästerer

Eines der schönsten lwiwer Tempel ist die Kirche der Hl. Olga und Elisabeth, eher als das Kloster auf dem Prywokzalna Platz (Bahnhofsvorplatz) bekannt. Das höchste Gebäude von Lwiw (85 m) wurde am Anfang des 20. Jh im neogotischen Stil errichtet, laut der Traditionen der 13-14. Jh. Die polnische Gemeinde der Stadt hat beschlossen den Tempel zu bauen, damit er die griechisch-katholische Hl. Georg Kathedrale verbarg, da diese den Anreisenden  von dem Bahnhof sofort auffiel.

Mit der Kirche der Hl. Olga und Elisabeth ist eine beschämende und tragische Geschichte der Freveltat verbunden. Das Kreuz auf dem höchsten Punkt der Stadt gefiel der gottesfeindlichen Sowjetregierung nicht und diese beschloss es abzusägen. Es gibt mehrere Versionen wer dieser Mann war, der sich für so einen sündhaften Schritt entschieden hat. Entweder war es der Sohn des ersten Sekretärs der Stadtleitung der Kommunistischen Partei, oder ein Gefangener, dem eine vorzeitige Entlassung versprochen wurde, es gab auch die Meinung, dass es ein erfahrener Bergsteiger mit Ausrüstung war.  

Einer Nacht 1962 ist der Sünder auf den zentralen Turm hinaufgestiegen, um bis zum Sonnenaufgang mit dieser Aufgabe fertig zu werden und dabei ungesehen zu bleiben. Als er schon auf der Spitze war, fing er an das Kreuz abzusägen. Das war aber schwierig, bis Sonnenaufgang war er nur halbfertig. Es erschienen schon die Straßenbahnen und ein riesiger Menschenstrom zog sich von dem Bahnhof. Viele Leute kamen auf dem Weg zum Werk „Elektron“ an der Kirche vorbei. Schon um 8 Uhr morgens gab es auf dem Platz sehr viele Menschen, die den Sünder verfluchten. Auf unerklärliche Wiese hat diese Hypnose auf ihn gewirkt – das riesige Kreuz ist zerbrochen und hat den Mann unter seinem Gewicht nach unten gezogen.

Als Nächstes hat die Sowjetregierung das Kreuz, das lange vor der Kirche gestanden ist, im Herbst 1962 vernichtet. Die Stadtleitung wollte aber damit nicht aufhören: es gab noch zwei Projekte – entweder die Kirche abzubauen und außerhalb der Stadt zu bringen oder zu renovieren und dort ein Kulturpalast oder ein Planetarium zu veranstalten. Das erste Projekt kostete 2 Mio. Rubel, das zweite – ungefähr 4 Mio. Rubel. Zum Glück hatte die Stadt kein Geld für diese Projekte.