Das königliche Pferd

Der König Danylo hatte mal ein Lieblingspferd namens Wind, das ihm in den Kämpfen immer treu war. Als dieses Pferd schon alt geworden ist und nicht rennen konnte, hat der König es zum Pferdestall geschickt. Dabei hatte er strikt befohlen, das Pferd wie den Augapfel zu hüten. Und derjenige, der über den Tod des Pferdes mitteilt, wird sofort zum Henker geschickt.

Aber der Tod beachtet keine Befehle - es kam trotzdem der Tag, als das Pferd gestorben ist. Alle waren so erschrocken, dass sie sich sogar von ihren Familien verabschiedet haben.  In dieser Zeit kam Olelko vorbei.

- Wieso bist du so traurig? – fragte er den jungen Knecht.

- Du weißt wahrscheinlich nicht, welchen Befehl ich vom König erhalten habe. Ich sollte sein Pferd pflegen und ihn wie den König selbst bedienen. Und wer über den Tod mitteilt, wird sofort zum Henker geschickt. Und jetzt ist das Pferd gestorben und ich weiß nicht, was ich tun soll. Entweder soll ich mich von der Familie verabschieden, oder zum König doch gehen und ihm alles erzählen.

Das wird niemand außer mir machen.

- Da kennst du deine Freunde aber schlecht, - sagte Olelko,– Ich gehe zum König und teile ihm diese Nachricht mit, und du mußt dir keine Sorgen mehr machen.

So kam Olelko zum König und sagte:

- Gnädiger Herr! Haben Sie schon die Nachricht gehört?

- Welche denn?

- Ihr Lieblingspferd isst nicht, trinkt nicht, atmet nicht und bewegt sich nicht.

- Es muss wohl gestorben sein!- rief der König

- Sie haben Recht, aber das habe doch nicht ich gesagt. Sie können sich selbst mit dem Henker verabreden, weil ich davon nichts verstehe.

Der König lachte und lobte Olelko für seine Erfindungskraft.