Der Kampf um eine Braut

Mitte des 16. Jh. war der Dominikaner Platz ein Schauplatz von Kriegshandlungen, und der Kampf war …um eine Braut. Diese Braut war Halschka aus Ostroh – die damalige reichste Nachfolgerin aller Rzeczpospolita. Und, es gab viele Männer, die sie heiraten wollten. Das größte Glück hatte der Königsfavorit Magnat Lukasch aus Gurka, der sich mit Halschka gewaltsam kirchlich trauen ließ. Aber, da die Mutter des Königs Bona Sforza der Mutter dieser Jungfrau gewogen war, ist es gelungen den  Mann drei Jahre lang an Halschka nicht heranzulassen. Aber als die Königin Bona Sforza nach Italien umgezogen war, sollte Halschka mit ihrer Mutter von dem Ehemann nach Lwiw fliehen und sich dort im Dominikanerkloster verstecken.

Mit Worten hat Lukasch nichts erreicht, deshalb fing er mit der artilleristischen Belagerung des Klosters an. Das Leben in der Stadt stand still, der Handel lag für einige Wochen brach. Als der Kampf in vollem Gang war, schmuggelte sich zum Kloster als ein Bettler der einzige, den Halschka liebte – der orthodoxe Fürst Simeon Slutski, ein. Die Verliebten haben sich geheim im Kloster kirchlich verheiratet, weil sie die bisherige gewaltsame Ehe für ungültig hielten. Schließlich, hatte der König genug davon und hat dem lwiwer Obmann befohlen Lukasch zu unterstützen. Auf Anordnung der Lwiwer Regierung, wurde die Wasserleitung abgedreht und das Kloster hat den Wiederstand aufgegeben. Der König hat die Ehe zwischen Halschka und Lukasch anerkannt, so wurde die arme Jungfrau nach der kurzen Einsperrung in der Schlossburg zum Ehemannes Schloss nach Szamotuły in Polen geschickt. 

Halschka konnte ihren geliebten Simeon nicht vergessen und ist bald darauf gestorben. Was interessant ist, dass laut der damaligen Gesetze Lukasch gar nichts von Halschka erben konnte, weil sie keine Kinder hatten. Die Einwohner von Szamotuły zeigen noch bis jetzt den „Turm der schwarzen Fürstin“, wie man immer die traurige und schwarzgekleidete Halschka nannte. 

Übersetzung von Katja Schwatschka: Lemko I. Die Legenden des  alten Lwiw. –Lwiw: "Apriori", 2008. - 176 S.