Kaffee und Süßigkeiten

Süße Wanderungen

Die Geschichte gibt Ton und Geschmack an. 1683 wurde der Händler und Übersetzter Georg-Franz Kolschitzky, gebürtig in Sambir, nahe Lwiw, zu einem der Helden der Verteidigung von Wien bei der türkischen Belagerung. 
Man sagt, dass Kolschitzky, der perfekt türkisch konnte, eine mutige Auskundschaftung organisiert hat, die eine der ausschlaggebendsten bei der Verteidigung von Wien war. Als Belohnung erhielt der Ukrainer von den Wiener Bürgern 300 Säcke mit Kaffee aus dem türkischen Lager und ein Haus im Zentrum von Wien, wo schon bald darauf das Kaffeehaus „Unter der blauen Flasche“ eröffnet wurde. 
So kam der Kaffee nach Zentraleuropa. Als Galizien Ende des XVIII. Jahrhunderts Teil der Österreichischen Monarchie wurde kamen diese Traditionen nach Lwiw und erhielten örtliches Kolorit. 
Heute ist Lwiw ein Paradies für Feinschmecker. Es gibt in der Stadt mehrere Gaststätten, wo wunderbarer Kaffee und Schokolade zubereitet und hausgemachte Süßigkeiten und Pralinen angeboten werden. Viele Konditoreien in der Stadtmitte sind traditionell im Stil der Sezession der Österreich-Ungarischen Monarchie eingerichtet. Hier taucht man in die Zeiten des Kaisers Franz- Joseph ein und, wenn wir auf die Straßen gehen, staunen wir, dass das XXI. Jahrhundert eingetreten ist.